Zwei Schweizer Giganten haben Erfolg

schweizEinen kurzen Blick auf den Schweizer e-food-Markt haben wir ja schon im Beitrag vom 21. November geworfen. In unserem Nachbarland seien bereits 0,7 Prozent des Lebensmittelumsatzes online erzeugt, sagt A.T. Kearney, während es in Deutschland nur 0,3 Prozent wären. Das bewegt sich zwar auf eher niedrigem Niveau (verglichen beispielsweise mit 4,5 Prozent in Großbritannien), dennoch ist der e-food-Anteil in der Schweiz doch doppelt so hoch wie in Deutschland. Ticken die Schweizer Uhren denn anders?

Zwei Genossenschaften teilen sich den Markt

Generell muss man wissen, dass der Schweizer Lebensmittel-Einzelhandel fest in der Hand von zwei Unternehmen ist: Migros und Coop. Beide sind sie genossenschaftlich organisiert und haben zusammen rund 50 Prozent Marktanteil – den Rest teilen sich Abertausende von kleinen Händlern; der größte davon ist Aldi Süd mit einem Marktanteil von gut 3 Prozent. Kein Wunder also, wenn der Online-Lebensmittelhandel im Alpenland in der Hand von genau zwei Anbietern ist: LeShop (Migros) und coop@home. LeShop hat nach eigenen Angaben einen Marktanteil von 67 Prozent, bei 55.000 regelmäßigen Kunden und einem 2012er-Jahresumsatz von rund 150 Millionen Franken. coop@home machte 2012 einen Jahresumsatz von knapp 100 Millionen Franken.

Kleines Sortiment, großer Erfolg

Interessanterweise kommt coop@home mit 13.000 Produkten aus, Marktführer LeShop mit 12.000 Produkten. Das ist deshalb interessant, weil deutsche e-food-Händler ja gerne mit über 20.000 (z.B. Allyouneed.com), ja sogar über 30.000 Produkten (z.B. myTime.de) werben. Zum Vergleich: Ein gut sortierter Supermarkt hat rund 10.000 Artikel im Sortiment, ein Discounter 2.000. Erfolg also durch Beschränkung?

Erfolgsrezept Post-Infrastruktur

Die Akzeptanz hat aber noch andere Gründe. Logistik-Partner von LeShop ist die Schweizer Post – und die liefert auch für coop@home aus. Sicher eine gute Wahl, denn die Schweizer Post (die auch nach der Liberalisierung noch über 80 Prozent Marktanteil im Paketsektor hat) besitzt eine konkurrenzlose Infrastruktur. Damit kommt man dem Geheimnis der Schweizer Online-Händler auf die Spur: LeShop sagt, dass 92 Prozent der Kunden Frischware bestellen. Erstaunlich, denn einer der zentralen Knackpunkte von e-food ist die berühmte „letzte Meile“, also die Haustür-Anlieferung, die insbesondere bei Frischware problematisch werden kann. Und genau diese letzte Meile überbrückt die Schweizer Post.

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