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EDEKA_net

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Gar nicht so einfach, das E-Food-Geschäft: Vor wenigen Tagen reichte die Verbraucherschutzorganisation foodwatch Klage gegen Edeka ein. Im Online-Shop www.edeka-lebensmittel.de fehlten die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben über Brennwert, Fett, Zucker usw. foodwatch hatte das Unternehmen vorher bereits abgemahnt, aber es hatte sich – trotz mehrfacher Fristverlängerung, wie foodwatch schreibt – nichts getan.

Jeder macht mal Fehler. Aber Edeka ist nicht jeder – mit einem Umsatz von knapp 50 Milliarden Euro im Jahr ist Edeka der größte Player im deutschen Lebensmittel-Einzelhandel. Doch Edeka ist eben nicht ein Player, sondern ein Verbund von rund 4.000 selbständigen Kaufleuten. Und deshalb stimmen die obigen Zeilen auch nicht genau. Es wurde nämlich nicht gegen Edeka Klage eingereicht, sondern gegen den Edeka-Kaufmann Bleise in Hamburg. Und die fragliche Internetseite ist nicht der Online-Shop von Edeka, sondern eben nur der von Edeka Bleise in Hamburg.

Wie viel Edeka ist im Netz?

Der Lapsus des Hamburger Kaufmanns macht allerding deutlich, wie der größte Lebensmittelhändler der Republik im Internet agiert. Es gibt nämlich nicht die eine Edeka-Internet-Plattform, sondern mindestens vier. Neben der bereits erwähnten Seite www.edeka-lebensmittel.de wäre da noch www.edekanord-shop.de, betrieben von einigen norddeutschen Märkten, die recht bekannte Seite www.edeka24.de läuft unter der Regie von Neukauf GmbH in Offenburg und www.edeka-drive.de wiederum wird von sieben Läden aus Süddeutschland betrieben (und möglicherweise gibt es sogar noch weitere Edeka-Seiten). Nach der Eingabe der Postleitzahl weiß man jeweils, ob man beliefert wird oder nicht; Edeka24.de liefert sogar bundesweit, aber keine Frischwaren.

Bringmeister ist Edeka ist Bringmeister

Hinzu kommt www.bringmeister.de, denn die ehemalige Internet-Plattform von Kaiser’s Tengelmann gehört ja nun zu Edeka. Bringmeister.de scheint das eigentliche Online-Experimentierfeld von Edeka zu sein: „[Es] zählt zum Übernahmepaket auch Bringmeister, ein Spezialist im Online-Handel mit Lebensmitteln“, sagt Edeka AG Vorstandsvorsitzender Markus Mosa. „Das gibt uns die Chance, in diesem Segment wertvolle Erfahrungen in den Metropolen Berlin und München zu sammeln.“

Unter dem Label Edeka sind also die unterschiedlichsten Plattformen am Start. Das hat seine Vorteile, denn eine dezentrale Struktur bedeutet eben auch Kundennähe und kurze Lieferwege. Die Schattenseite: Synergieeffekte gehen verloren, es passieren Fehler (siehe oben), die Markenführung leidet. Die Mitbewerber, von Rewe, myTime.de/Bünting über allyouneed.com und lebensmittel.de bis hin zu Amazon, sind da sicher nicht böse.

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