Wie verpackt man e-food?

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Der Abfallberg: wirklich ein
Schwachpunkt des e-commerce?

Per Internet bestellt – und dann das: Kleinteilige Ware liegt wahllos und zigfach abgepolstert in einem (viel zu) großen Karton. Wer kennt das nicht? Die Verpackung (und der damit zusammenhängende Müll) ist wohl eines der ewigen Themen im Internethandel. Wer im Internet kauft, der muss meist enorme Verpackungsmengen hinnehmen – für viele Kunden ist das bereits ein Argument, doch lieber im stationären Einzelhandel einzukaufen. Allerdings wird auch im Supermarkt die Ware solide verpackt angeliefert, dann ausgepackt, ins Regal geräumt und die Umverpackungen entsorgt. Im Internethandel ist der Kunde aber unmittelbar betroffen. Die Händler haben es nicht leicht: Einerseits will man der Verpackung sparen – der Umwelt und der Bilanz zuliebe. Andererseits soll die Ware heil beim Kunden ankommen. Ein schwieriger Spagat also.

Die Verpackung als Teil des Kauferlebnisses

e-food_Lebensmittel.de_Aufreissfaden

Für den Kunden klar und ein-
deutig: Hier darfst du das Paket
aufreißen.

Die Kritik an den enormen Müllmengen hat nur wenige Online-Händler bislang zum Handeln gebracht. Amazon fragte kürzlich seine Kunden, ob „die Ware angemessen geschützt war“, ob die „Größe der Herstellerverpackung und des Pakets dem Produkt angemessen“ sei und ob „der Artikel schwìerig zu öffnen“ wäre; hier scheint man für das Thema also sensibilisiert zu sein. Die Industriedesigner Judith und Tobias Stuntebeck vom Büro FOR INDUSTRIAL DESIGN sehen denn auch enormes Potenzial in der Verpackung: „Natürlich ist das Wichtigste, dass die Ware unbeschädigt ankommen. Die Aspekte Umweltverträglichkeit, Aufwand bei der Entsorgung und Kauferlebnis sollten aber ebenfalls berücksichtigt werden.“

Gut für das Produkt, die Umwelt und den Kunden

e-food_Lebensmittel.de_Verpackungssystem

Materialsparend, ansprechend, stabil: Die e-food-
Verpackungs des Designerbüros FOR INDUSTRIAL
DESIGN ist gut durchdacht.

Im Auftrag von Lebensmittel.de haben sich die Stuntebecks etwas Neues für den Versand von Lebensmitteln einfallen lassen. Die Lebensmittel liegen in einzelnen Steigen aus Pappe, die übereinander gestapelt sind. Seitlich sind an jeder Steige Griffe. Daran kann man die Steige aus dem Karton rausnehmen – und zum Beispiel zum Kühlschrank tragen. Der Umkarton wird durch die Steigen insgesamt stabilisiert, so dass eine 1-wellige statt der üblichen 2-welligen Pappe für den Karton genügt. Zusätzliches Polstermaterial ist kaum noch nötig und es wird komplett auf Plastik verzichtet.

„Schon der Karton und die Verpackung müssen ein positives Kauferlebnis auslösen“, sagt Tobias Stuntebeck. „Von aussen traditionell in braun sind die Kartons innen ganz in weiß gehalten. Wird der Karton geöffnet reflektiert das einfallende Umgebungslicht auf die Produkte. Das wirkt hell und freundlich, sauber und frisch.“ Judith Stuntebeck spricht einen zweiten Punkt an, die Entsorgung zu Hause. „Weniger und sortenreines Material, nicht zu vieleVerklebungen, leichte Faltbarkeit – dann hat es der Kunde wesentlich leichter, die Verpackung zu entsorgen.“

Wir bleiben am Thema Verpackung dran. In einem der nächsten Beiträge schauen wir, wie das System von Lebensmittel.de vom Kunden aufgenommen wird, und welche anderen innovativen Verpackungsideen im Online-Handel umgesetzt werden.

5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo,
    ich habe selber schon oft bei Lebensmittel.de bestellt und kann den Wandel im Verpackungssystem nur mit größtem Beifall zollen :-) Der Verpackungsmüll ist auf ein Minimum geschrumpft und die Ware kommt trotzdem sicher und unbeschädigt bei mir an. handling ist auch super, gerade bei Kühlboxen ist das eine super Lösung, das sich die kartons jetzt leichter herausheben lassen.

    Prima, Prima und bis später
    der Robert :-)

  2. Trotzdem bin ich der Meinung, dass es schöner wäre ganz ohne Verpackungsmüll- am besten der Postbote nimmt alles wieder mit- ist so etwas denn nicht denkbar?

  3. Nein, sowas ist nicht denkbar. Der Paketbote kann nicht ewig warten, bis alles entpackt ist.
    Die Umkarton kann man anderweitig im Haushalt verwenden. In den Steigen sammeln wir den Papiermüll, der so anfällt. Wenn eine Steige voll ist, lässt sie sich an den seitlichen Griffne gut halten und zur Papiertonne tragen und mit samt dem Papiermnüll entsorgen, also ohne lästige Tüten/Papierkörbe ausleeren.
    Die Steige sind ein sehr guter Einfall, der Karton ist viel stabiler, sogar stabiler als einer aus doppelwelliger Pappe! Auch drücken sich die Produkte nicht durch das hohe Gewischt einer Sendung zusammen oder fliegen wild durcheinander.
    Die Verpackungen von lebensmittel.de sind branchenweit die besten, die mir begegnet sind!
    Weiter so!

  4. Habe bei Lebensmittel.de öfters eingekauft. Der Verpackungsmüll ist riesig und die Preise viel zu teuer.
    Kaufe jetzt wieder im Supermarkt ein, das schont den Geldbeutel.

    • Lieber A.B.,

      ja, Sie haben Recht, der „Verpackungsmüll“ ist ein Problem. Lebensmittel.de testet gerade in Berlin, wie praktibel es ist, wenn der Auslieferer die Verpackung gleich wieder mitnimmt. Zudem hat Lebensmittel.de bereits vor einiger Zeit Umkartons entwickelt, die ohne Kunststoff und mit weniger Material auskommen. Sie sehen, an dem Punkt wird gearbeitet.

      Dass die Preise „viel zu teuer sind“ stimmt nicht ganz. Richtig ist, dass die Preise in vielen Warengruppen nicht mit Discount-Tiefpreise mithalten können. (In wie fern es auf Dauer für ein Wirtschaftssystem sinnvoll ist, im Lebensmittelbereich die Preise auf Deibel komm raus zu minimieren lassen wir mal dahingestellt.) Bei Markenware sollten Internet-Lebensmittelhändler im Schnitt nicht teurer sein als der stationäre Handel.

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