Wie gut sind die Shops der E-Food-Anbieter?

Im deutschen E-Food-Markt bewegt sich im Moment wenig, Studien zu diesem Marktsegment haben hingegen noch immer Konjunktur. Zwei aktuelle Studien interessieren sich weniger für die Produkte als vielmehr für den E-Shop selbst. Research Tools hat sich zehn E-Food-Anbieter nach den Kriterien Orientierung, Produktsortiment, Konditionen und Service angeschaut, Textprovider hat sich fünf E-Shops vorgenommen und die Kriterien Semantik (Aktualität und Stil), Formalien (Übersichtlichkeit und Rechtschreibung), Sichtbarkeit und Funktionalität (Produktbeschreibungen, Service-Content) angelegt.

Ergebnis: Jeder Shop ist anders

Die Studie von Research Tools wartet mit einem nicht wirklich überraschenden Ergebnis auf: Jeder Shop ist anders! Hier ein paar Zitate aus der Zusammenfassung der Studie: „Die Versandkosten liegen bei allen Shops zwischen 2,99 und 8,90 Euro.“ Oder: „Es gibt in fast allen Warengruppen deutliche Preisunterschiede.“ Klar und deutlich auch dieses Urteil: „Die Serviceorientierung der Anbieter ist sehr unterschiedlich.“ Nur eine einzige Gemeinsamkeit scheint es zu geben: alle Shops präsentieren ihre Waren mit Bild. Hoffen wir, dass wer die Studie für 2.400 Euro kauft, noch etwas mehr Erkenntnis gewinnt.

Eine (zu) bunte Mischung

Harte Fakten sind immer gut, dachte sich Research Tools, und hat die Menge der Artikel gezählt. Bei MyTime und Allyouneed kam man auf 30.000 bzw. rund 23.000 gelistete Artikel, in der Mittelgruppe liegen Food.de, Gourmondo, Lebensmittel.de, My-Food-online, Bringmeister und Emmas-Enkel (zwischen 12.000 und 3.000 Artikel). Weit unter 1.000 Artikel bieten Cookbutler und MyKedi. Einmal davon abgesehen, dass diese Zahlen den Angaben der Anbieter zum Teil widersprechen: Was sagen sie uns? Wüssten Sie – im Vergleich – wie viele Artikel der stationäre Lebensmittelhändler anbietet? Selbst die Aussagekraft von nüchternen Zahlen kann manchmal beschränkt sein.

Die Auswahl der Anbieter ist zumindest interessant: Hier wurden bundesweite und regionale Anbieter, Pure-Player und Einzelhandelsableger, Vollsortimenter und Spezialitätenanbieter bunt gemischt, mit Cookbutler sogar ein „Rezept-Shopping-Portal“ (das sein Waren übrigens über MyTime ausliefern lässt) dazugenommen. Edeka24 hingegen ist ebenso wenig vertreten wie Rewe-Online oder Delinero.

Unter der Lupe: die Qualität der Produktdarstellung

Die Studie von Textprovider hingegen hat sich auf die Großen der Branche fixiert und zwei Pure-Player (Lebensmittel.de und Allyouneed), zwei klassische Einzehändler (Edeka24, Rewe-Online) und den E-Commerce-Riese Amazon gewählt (MyTime wäre noch schön gewesen). Ganz nach Ausrichtung der Agentur wurde hier besonders auf die Qualität der Produktdarstellung geachtet. Das Ergebnis: Eher karg bieten Edeka24 und Amazon ihre Lebensmittel an. Etwas Mühe in der Produktdarstellung geben sich Rewe-Online und Lebensmittel.de, am besten gefallen hat Allyouneed.

Alles ist Geschmacksache – der eine will viel Auswahl, die andere günstige Preise, ein Dritter umfangreiche Produktbeschreibungen, interessante Rezeptideen oder schnelle Lieferung. Auf die Frage „Was will eigentlich der deutsche Kunde?“ hat jedenfalls noch keiner der E-Food-Vollsortimenter eine durchschlagende Antwort gefunden. Genau dieser Frage widmet sich eine weitere Studie – sogar europaweit. Mehr dazu in Kürze.

(Übrigens: Im Durchschnitt bietet der stationäre Lebensmitteleinzelhandel 10.000 Artikel. Discounter bieten mitunter nur rund 1.000 Artikel, große Supermärkte auch schon über 40.000.)

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