Wer sind die Player? Ein Ländervergleich

vier-flaggenDie Gretchenfrage im deutschen E-Food-Markt lautet: Wer wird das Rennen machen? Eine der traditionellen Handelsketten? Ein Pure-Player, also ein Neuling im Lebensmittelbereich? Oder gar einer der Internet-Giganten (wie z.B. Amazon)? Ein Vergleich des deutschen E-Food-Marktes mit dem in Großbritannien, Frankreich und USA beantwortet zwar nicht die Frage, aber ist dennoch höchst interessant. Wer dominiert dort den Markt? Der zweite Artikel mit Fakten, die die Syndy-Studie über den E-Food-Markt liefert, präsentiert die Länder in der Reihenfolge der Größe des jeweiligen Marktes:

Großbritannien: Die großen Vier und ein Pure Player

In Großbritannien beherrschen vier Unternehmen cirka 75% des Lebensmittelhandels: Tesco, Sainsbury’s, Asda und Morrisons. Im E-Food-Bereich (der mit 10,4 Milliarden Euro der größte in Europa ist) liegt ebenfalls Tesco weit vorne, Sainsbury’s und Asda folgen. Morrisons hat nur einen winzigen Anteil am Online-Geschäft, dafür ist Pure Player Ocado viertstärkster Online-Lebensmittelhändler (mit einem Marktanteil von knapp 12 Prozent). Fazit: Drei traditionelle Giganten beherrschen den Online-Markt mit 67% Marktanteil, ein Pure Player kann aber eindringen.

Frankreich: Die Großen sind auch im Netz groß

In Frankreich beherrschen sechs Unternehmen knapp 90% des Lebensmittelhandels: Carrefour, E.Leclerc, Intermarché, Casino, Auchon und System U. Im E-Food-Business (Gesamtumsatz 8,4 Milliarden Euro) hat Casino die Nase vorn, insgesamt haben fünf der Großen einen Online-Marktanteil von 78% – einzige Intermarché ist deutlich abgeschlagen ist. Fazit: Die traditionell Großen beherrschen den Markt, Pure Player machen hier keinen Boden gut.

USA: Heimatland der Internet-Pioniere

Deutlich stärker segmentiert ist der Lebensmittel-Markt in Amerika. Marktführer ist mit Abstand Walmart, dann folgen Kroger und Safeway/Albertsons; zusammen kommen sie auf rund 50% Marktanteil. Da die USA eine riesige Landesfläche haben, konzentriert sich der E-Food-Markt vor allem auf Hot-Spots – und davon sind Seattle, New York und Los Angeles die interessantesten, mit zusammen rund 20 Millionen Einwohnern. In Seattle und Los Angeles ist Amazon Fresh Marktführer, in New York ist es Fresh Direct. Rund ein Drittel des E-Food-Umsatzes (von gerade einmal 2,6 Milliarden Euro) machen die Pure Player Fresh Direct und Peapod. Doch Gigant Walmart will in diesem Jahr über 1 Milliarde Euro ins Online-Geschäft stecken. Fazit: Der Markt wird von Internet-Firmen getrieben.

Deutschland: Das Rennen ist noch offen

Etwas weniger stark wie Frankreich und Großbritannien, ist der Lebensmittelhandel doch auch in Deutschland stark konzentriert. Fünf Unternehmen kontrollieren über 70% des Marktes: Edeka, Rewe, Lidl (Schwarz), Metro und Aldi. Im kleinen Online-Markt (E-Food-Umsatz: 2 Milliarden Euro) sind davon allerdings sind nur Edeka und Rewe tätig, die zusammen auf nicht einmal 30% E-Food-Marktanteil kommen. 18% der Internet-Lebensmittel werden über ebay und Amazon verkauft, rund 30% machen Pure Player wie Allyouneed, Lebensmittel.de, Mytime oder Gourmondo. Fazit: Der E-Food-Markt ist parzelliert wie nirgendwo sonst. Die klassischen Händler sind weit davon entfernt, den Markt zu beherrschen.

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