Welche Lebensmittel online gekauft werden

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Hochprozentiges wird gerne online bestellt.

Welche Lebensmittel kaufen die Deutschen eigentlich im Netz? Eine neue Studie gibt hier einige Hinweise. Unter dem Titel „AGOF facts&figures: FMCG – Food & Beverages“ veröffentlichte die Arbeitsgemeinschaft Online Forschung  (AGOF) vor einigen Tagen eine Analyse des E-Food-Sektors. (Die AGOF, eine Arbeitsgemeinschaft von Mediaagenturen und Werbeträgern, erstellt solche Analysen regelmäßig für insgesamt 16 Branchen.) Eigentliches Ziel der Studie ist es, den Marktteilnehmern klar zu machen, dass es sich lohnt, mehr Geld in die Internetwerbung zu stecken. Tatsächlich fließen von den 2, 2 Milliarden Euro, die die Lebensmittelbranche im Jahr 2013 für Werbung ausgab, rund 1,9 Milliarden in Fernsehwerbung, rund 200 Millionen in Print und Radio und nur rund 120 Millionen in Online/Mobile-Werbung. Da ist noch Luft, sagen diese Zahlen und verbreiten (wie stets in diesen Studien) Aufbruchstimmung.

Sechs Produktgruppen wurden abgefragt

Die Studie gibt aber auch einen schönen Einblick, welche Produktgruppen tatsächlich gekauft werden. Mit Einschränkungen allerdings, denn abgefragt wurden nur die sechs Produktgruppen alkoholfreie Getränke, Bier, andere alkoholische Getränke und Spirituosen, Milchprodukte, Süßwaren/salzige Snacks sowie Tiefkühlprodukte/Fertiggerichte. Diese Auswahl hängt damit zusammen, dass für die fehlenden Gruppen, wie Frischwaren oder Grundnahrungsmittel, weniger Werbung geschaltet wird als für die genannten Gruppen. Die wichtigste Basiszahl: 6 Millionen Nutzer mit stationären  Internetzugang  haben in  den vergangenen  drei  Monaten  über  das  Netz eingekauft (über  mobile  Endgeräte haben zudem 1 Millionen Verbraucher online bestellt).

Jeder zweite kaufte Spirituosen

3 Millionen Verbraucher haben in den letzten drei Monaten alkoholische Getränke und Spirituosen online gekauft, 2,3 Millionen Süßwaren/salzige Snacks und 1,9 Millionen alkoholfreie Getränke. Tiefkühl-/Fertigprodukte wurden von 1,5 Millionen Menschen gekauft, Milchprodukte von knapp 1,3 Millionen und Bier kauften schließlich rund 1,2 Millionen Menschen online. Aber Achtung: Da man ja mehrere Produkte gleichzeitig bestellen kann, ergibt das in der Summer natürlich mehr als 6 Millionen.

Alles für die Party

Irgendwie sieht es so aus, als würden die typischen Party- und Feierabendzutaten online bestellt, also Alkoholika, Snacks und Softdrinks. Dinge des täglichen Grundbedarfs, in dieser Studie wären das Milchprodukte und Tiefkühl-/Fertigprodukte, wurden nur von halb so viel Menschen bestellt. Bier nimmt eine Sonderstellung ein – denn das Getränk ist eindeutig eine wichtige Feierabend- und/oder Partyzutat, der deutsche Mann kauft es aber anscheinend lieber stationär (letzter Platz im Ranking der sechs Online-Produktgruppen).

Interessant wird es, wenn man die Internet-Einkäufe mit den Gesamteinkäufen vergleicht. Dafür wurden die 14 bis 49jährigen gefragt, aus welchen der Gruppen sie in den letzten drei Monaten überhaupt Produkte gekauft hätten – online oder offline. Auch hier finden sich die alkoholfreien Getränke und Süßwaren/salzige Snacks unter den Top 3, die „anderen alkoholischen Getränke und Spirituosen“ landen aber auf dem letzten Platz. Beim Online-Einkauf, zur Erinnerung, waren sie auf Platz 1. Es scheint, als würde der Verbraucher bei dieser Produktgruppe am ehesten den Online-Einkauf wählen. Mehr dazu in den nächsten Wochen in diesem Blog.

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