Versandgebühren – ein Vergleich

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Versandgebühren werden sehr kritisch
beäugt – selbst wenn es nur 3 Euro sind.

Versand- oder Liefergebühren sind beim Online-Kauf ein wichtiges Thema – schließlich verteuert sich für den Kunden die Ware um diesen Betrag. Wer beispielsweise eine CD im Internet günstiger als im stationären Handel findet, dem verderben 3,90 Euro Versandgebühren schnell die Bestelllaune. Die Kaufentscheidung hängt also auch von der Höhe der Versandgebühren ab.

Fast einheitliche Liefergebühren

In der efood-Branche scheinen sich Liefergebühren von 4,90 Euro fast standardmäßig durchgesetzt zu haben (siehe Tabelle). Der Betrag kommt nicht von ungefähr. Die Plattform versandkosten.info hat festgestellt, dass die meisten Online-Händler 4,90 Euro auf den Warenwert draufschlagen. (3,90 Euro sind die „nächstbeliebten“ Versandgebühren, dann folgen 5,90 Euro. Als viertbeliebtester Betrag halten sich 6,90 und 0 Euro die Waage.)

Unterschiede im Detail

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Die Liefergebühren der acht großen nationalen Online
-Lebensmittelhändler. Die Schweizer Händler zum Vergleich.

Wenn beim efood auch die Versandgebühren fast einheitlich sind, so versuchen die Händler doch bei Details zu punkten. Zum einen wollen einige Händler Kunden locken, in dem sie ab einem festgelegten Mindestauftragswert keine Versandgebühren mehr erheben – oder ab einer bestimmten Einkaufssumme die Liefergebühren reduzieren. Zum anderen halten einige Händler die Liefergebühren variabel – je größer das Anliefer-Zeitfenster ist, das man als Kunde vorgibt, desto günstiger wird es. (Lebensmittel.de geht in Berlin sogar so weit, bei entsprechend großem Zeitfenster gar keine Liefergebühren zu berechnen.)

Ein Blick in die Schweiz erstaunt

Spannend wird es, wenn man als Vergleich die Schweiz heranzieht. Dort werden 15,90 CHF (LeShop) oder 18 CHF (coop@home) als Liefergebühren veranschlagt – bei einem Mindestbestellwert von 100 CHF! Selbst wer für über 200 Franken bestellt, muss noch 7,90 CHF Liefergebühren zahlen. Beides – Liefergebühren und Mindestbestellwert – wären in Deutschland in dieser Höhe undenkbar. In der Schweiz hingegen halten diese Gebühren nur die wenigsten Kunden vom Online-Einkauf ab (siehe Betrag „Zwei Schweizer Giganten haben Erfolg“).

Vielleicht ist es Mentalitätssache: Schweizer zahlen gutes Geld für gute Leistung. Ausgesuchte, hochqualitative Produkte, informative Produktdarstellung, stimmiger Preis, zeitnahe Anlieferung, umweltfreundliches Verpackungsmaterial – Schweizer wissen diesen Service zu schätzen und zahlen bereits im stationären Handel entsprechende Preise. In Deutschland hingegen werden die Kunden seit vielen Jahren auf „billig billig“ eingeschworen – auch bei Lebensmitteln. Und im Netz muss es noch billiger sein. Den zusätzlichen Service der Nachhauselieferung (in angelsächsischen Ländern heißen die Liefergebühren „service charge“) möchte man am liebsten auch noch umsonst. Auf Dauer kann diese Rechnung im Lebensmittelhandel nicht aufgehen.

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