Studie sieht den Paketfahrer als ‚Face to the Customer‘

deckblatt_cologneSchon wieder eine Studie? Klar doch, der E-Food-Bereich in Deutschland bietet großes Entwicklungspotenzial, und so ist es nicht verwunderlich, dass dieses Potenzial immer mal wieder ausgeleuchtet wird. Mitte Juni meldete sich das Competence Center Food & Retail der Cologne Business School mit der Studie „E-Food in Deutschland“ zu Wort. Dafür wurden 321 Verbraucher im Alter zwischen 14 und 67 Jahren befragt. Auch wenn die Ergebnisse alles andere als überraschend sind, so weist die Studie doch auf einen wichtigen Punkt hin.

Distanzierte Skeptiker in der Mehrzahl

Wenig überraschend erfährt man beispielsweise, dass 71 Prozent der Befragten noch nie Online eingekauft haben. Dass die allermeisten Befragten eine leicht bedienbare Website erwarten, Merklisten oder eine Smartphone-App. Dass 55 Prozent sich ein Lieferzeitfenster von 1 bis 2 Stunden wünschen. Oder dass 82 Prozent der Befragten über den genauen Lieferzeitpunkt via SMS informiert werden wollen. Kurz und gut: Dass der Kunde einen gewissen Service erwartet. Soso. Ganz kreativ segmentiert die Studie auch die E-Food-Kunden in „aktive Optimierer“ (5 Prozent), „aufgeschlossene Realisten“ (15 Prozent), „neugierige Hedonisten“ (9 Prozent), „distanzierte Skeptiker“ (66 Prozent) und „überzeugte Ablehner“ (5 Prozent). Da fehlt nur noch der „abgeklärte Branchenkenner“, dem diese Segmentierung wirklich weiterhilft.

Ist der Paketfahrer Schuld?

Am Ende ihres Beitrag in der Lebensmittel Zeitung (hier als pdf) richten die Autoren dann deutliche Worte an die E-Food-Anbieter. Da die meisten Kunden an Frische und Qualität von online bestellten Lebensmitteln zweifelten, so die Studie weiter, sei „das Lieferkonzept und insbesondere die Schnittstelle zum Kunden […] für den Handel mit Lebensmitteln im Internet erfolgsentscheidend“. Was heißt das genau? „Lebensmittelhändler müssen die letzte Meile als Teil ihrer Lieferkette begreifen. Der Logistiker wird zum ‚Face-to-the-Customer’. Hier ist ein Umdenken nötig, da diese Rolle bislang vom Einzelhändler wahrgenommen wird“, meinen die Studien-Autoren und raten: „Transportpartner sind daher im Hinblick auf Zuverlässigkeit und Qualität auszuwählen, und nicht nur primär nach Kostengesichtspunkten.“ Man könnte daraus folgern, dass der oft knapp bezahlte, am Rande der Scheinselbständigkeit stehende Subunternehmer der großen Logistiker kaum der richtige Werbeträger sein dürfte, um jene „distanzierte Skeptiker“ von frischen Online-Lebensmitteln zu überzeugen. Denjenigen Anbietern, die folgerichtig überlegen, eine eigene Ausliefer-Infrastruktur aufzubauen, wird von den Autoren der Studie noch mitgegeben: „Dazu bedarf es zwingend eines langen Atems.“

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