e-food auf Französisch

Ich habe die letzte Woche im wunderschönen Tal der Loire in Frankreich verbracht und bin um eine click und collect-Erfahrung reicher. Der Laden oder besser Parkplatz, auf dem ich eingekauft habe, war ein Leclerc – allerdings keiner diesen riesengroßen Märkte, mit endlosen Gemüseabteilungen und halben Fischen auf Eis und langen Joghurttheken, sondern ein im Verhältnis kleines Häuschen. Es ist der dritte Leclerc im Umkreis von 20 km und der neuste. Der Zutritt ist allerdings „verboten“, denn es ist ein „Leclerc drive“.

leclercIch habe erfahren, dass das Unternehmen ursprünglich einen weiteren riesigen Markt auf freiem Feld geplant hatte und sich dann doch für das Drive-In-Modell entschieden hat, da click und collect wohl immer häufiger genutzt wird. Auf der Seite www.leclercdrive.fr habe ich gesehen, dass in diesem Jahr bereits zwanzig solcher Märkte aufgemacht haben – und weitere zwanzig sollen „prochainement“ eröffnet werden!

Zurück zu meinem Einkauf. Die Internetbestellung verlief recht unspektakulär: meine Schwiegermutter kauft jeden Samstag einen bestimmten Warenkorb ein – als Basis sozusagen. Der ist gespeichert und mit einem click aufgerufen. Da an diesem Wochenenden neun Enkel zum Essen angekündigt waren, wurde noch neun Mousse au chocolat hinzugefügt, eine Packung Macarons für das traditionelle 16 Uhr-Gouté und die Anzahl der Joghurts erhöht. Das ganze dauerte keine 10 Minuten und wurde morgens um 7 Uhr erledigt. Bezahlt per Bankeinzug.

Abgeholt haben wir alles um 11 Uhr auf dem Weg zum Metzger und Bäcker. Der Parkplatz mit ca. 20 Plätzen erinnerte im ersten Augenblick an eine Tankstelle. In einen kleinen Automaten steckt man die Kundenkarte und in unbeschreiblich kurzer Zeit kommt ein sportlicher Mitarbeiter mit Turnschuhen und sechs Tüten herbeigeeilt. Er versichert sich kurz mit einer ausgedruckten Liste, ob das tatsächlich unserer Einkäufe sind und räumt den Kofferraum voll. Im Hintergrund sieht man geschäftiges Treiben von anderen Mitarbeitern in Turnschuhen, die zwischen Autos und Lager hin- und hereilen. Lager ist vielleicht das falsche Wort – der Leclerc sieht zwar aus wie ein Supermarkt mit Schild und Tür, nur kommen aus der Türe keine Kunden, sondern die Mitarbeiter mit Sportschuhen und vollen Tüten. Das ganze dauerte maximal sechs Minuten – kosten tut der Service nichts.

Das Auspacken in der Küche hat gezeigt, dass alles heil, alles vollständig und MHD in Ordnung war. Auf meine Frage, ob meine Schwiegermutter denn nicht die Supermarktatmosphäre mit den vielen Artikel vermisse, meinte sie: Nein, sie kenne die Märkte in- und auswendig, sie möchte nicht bummeln, sondern einkaufen und möglichst keine Zeit damit verlieren. Brot und Fleisch kaufe sie sowieso bei kleinen Läden, deshalb müsse sie ohnehin aus dem Haus, da störe es sie nicht, eben noch schnell beim Drive-In vorbeizufahren.

Ich selbst habe die unendliche Lebensmittelwelt eines französischen Hypermarchés schon vermisst, aber als Jede-Woche-Einkaufsroutine fand ich das toll!

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Die Idee der Abholmärkte finde ich ziemlich gut, allerdings muss dafür ein entsprechendes Netz aufgebaut werden. Ich bestelle selber oft online und würde diese Alternative sicher nutzen, wenn sich eine entsprechende Station in meiner Nähe befindet.

  2. Und zum Tankstellenfeeling – naja, ich finde es erinnert ein wenig daran, aber ob ich das störend empfinden würde, wage ich stark zu bezweilfeln, hier ist wahrscheinlich die Zweckmäßigkeit im Vordergrund.

  3. zum Tankstellenfeeling: Na das wäre doch die sinnvolle Ergänzung. Während der Wagen vollgeladen wird haut man sich gleich noch den Tank voll… :-)

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