Retouren – Wenn das e-food-Paket zurückgeht

Retoure_in-blauRund ein Drittel aller Online-Bestellungen gehen als Retoure wieder zurück an den Händler, hat das ARD-Magazin Plusminus im März herausgefunden. Das sind satte 250 Millionen Pakete im Jahr. Das Zurückschicken ist ja auch kein Problem, denn nach den Vorschriften über Fernabsatzverträge kann eine online bestellte Ware innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen zurückgegeben werden. Viele Kunden nutzen dieses Widerrufsrecht wohl aus, mutmaßt das Magazin – zum Schaden der Händler. Ein Retour-Paket kann nach Angaben von ibusiness.de bis zu 16 Euro Kosten verursachen.

Allerdings gilt das Widerrufsrecht nicht für alle Waren gleich. Es gilt zum Beispiel nicht für entsiegelte Audio- oder Videoaufzeichnungen, für Zeitungen, Zeitschriften und Illustrierte – und auch nicht für Waren, die „schnell verderben“ können (so formuliert es das Gesetz in §312d BGB). Dass solche Regelungen sinnvoll sind liegt auf der Hand.

Lebensmittel sind (k)eine Ausnahme

Für Lebensmittel gilt das Widerufsrecht im Grunde genau wie für alle anderen Waren. Was nicht gefällt, darf zurück geschickt werden. Ausgenommen sind eben die oben genannten „schnell verderblichen Waren“. Aber was sind schnell verderbliche Waren? Bei Lebensmittel.de sind zum Beispiel ausdrücklich gekühlte und tiefgefrorene Lebensmittel von der Rücksendung ausgenommen – und die sind auf der Bestellseite klar gekennzeichnet. MyTime.de schließt die Rücksendung aus für Waren, die „auf Grund ihrer Beschaffenheit nicht für eine Rücksendung geeignet sind oder schnell verderben oder deren Verfalldatum überschritten wurden“.

Erst anrufen, dann zurückschicken

In der Praxis sind Retouren für Online-Lebensmittelhändler bei weitem kein so großes Problem wie für Schuh- oder Textilversender. Der häufigste Grund für Unzufriedenheit sind beschädigte Lebensmittel – hier erstatten die meisten e-food-Händler den Warenwert ohne Umstände zurück. Wenn etwas „nur“ nicht schmeckt, so ist eine Rücksendung meist nicht mehr möglich, denn das Gebinde dürfte bereits angebrochen sein (denn irgendwie musste die Ware ja gekostet werden).

Generell sollte man vor der Rücksendung von Lebensmitteln die Hotline des jeweiligen Händlers anrufen – um sich selbst und dem Händler Kosten und Aufwand zu sparen. Denn das Porto der Rücksendung muss man als Kunde (bis zu einem Warenwert von 40 Euro) selbst zahlen.

6 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo, ich finde das Thema Retouren schon richtig alarmierend- was das für die Umwelt bedeutet. Ob es ein echter Trost ist, dass es keine Retouren bei Lebensmitteln gibt, weiß ich nicht- denn ist nicht alleine die Tatsache, dass ich mir alles schicken lasse nicht schon viel belastender für die Umwelt als wenn ich mit dem Fahrrad zum Markt fahre…..

  2. Mich würde dazu einmal eine Rechnung interessieren- x Menschen mit dem Auto zum Einkauf versus ein Paketlaster vor die Türe?

    • Ja, das würde mich allerdings auch interessieren. Ich recherchiere das mal. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es da nichts aussagekräftiges gibt. Aber egal wie die Rechnung aufgeht, zwei Lösungen gäbe es bereits heute: Mehr Güter auf die Bahn wäre sicher ökologisch sinnvoll. Und mehr mit Fahrrad, zu Fuß oder öffentlichen Verkehrsmitteln einkaufen auch.

      • Nette Idee, aber dazu müßte die Bahn zuverlässig und auch kostenoptimal arbeiten…soweit die Theorie.
        Mich persönlich kriegen mittlerweile nur noch Ausnahmesituationen in die DB – die meisten Begegnungen mit der DB in den letzten Jahren waren gezeichnet von Verspätungen, komplett ausgefallenen Zügen, Kaputte Züge, ignorante und/oder inkompetente Mitarbeiter (wenn denn überhaupt welche da waren…). Die Bahn also grundsätzlich zu meiden ist zwar schade für die Umwelt, aber besser für meine Nerven und mein Befinden.

        • Liebe Trulla,
          DB-Bashing führt uns ein bißchen weg vom Thema e-food. Dennoch legen Sie den Finger ganz richtig in eine Wunde. Sicher wäre es volkswirtschaftlich sinnvoll, mehr Logistik von der Straße auf die Schiene zu bringen. Die Bahn hat aber leider nur eine kleine Lobby (und ein Management, das betriebswirtschaftlich denkt statt ans Gemeinwohl), die Automobilbranchen-Lobby dagegen… Nun ja, Sie wissen ja, wo BMW, Daimler, VW, Porsche, Audi und Opel sitzen…

  3. Es ist eine sehr bedenkliche Entwicklung, was das Thema Retouren angeht. Immer mehr Lieferungen wandern in zwei Richtungen durch Deutschland – Vom Lieferanten zum Kunden und wieder zurück. Initiert hat dieses Handeln der E-Commerce letzendlich selbst. Erst die Werbetrommel rühren, und dann wundern, dass die Retourkosten die roten Zahlen verursachen, von den Umwelteinflüssen mal ganz schweigen. In welcher Werbung wurde der Kunde denn auf einen vernünftigen Umgang mit Retouren hingewiesen, einzig bei Vente Privee habe ich bisher einen Hinweis zu einer bedachten Nutzung der Retouren gesehen.
    Im Bekleidungsbereich sehe ich die Retourlösung ein, eine Hose kann nicht passen, aber im efood – die Tütensuppe sitzt immer, mal abgesehen von falschen oder schlechten Artikeln. Das unkomplizierte Widerrufsrecht hat sicherlich seinen Teil zum Aufsteig des e-commerce beigetragen, sollte aber langsam mal kritisch hinterfragt werden.

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