Personal Shopping – ein Konzept für Deutschland?

Der E-Food-Markt ist schwierig, aber lohnenswert. Vielleicht lässt sich der Markt ja mit neuen Konzepten erobern? Das jedenfalls ist der Ansatz des Internetbusiness-Pioniers Rocket Internet der Brüder Samwer (bekannt durch den Aufbau von Zalando und den jüngst erfolgten Börsengang). Shopwings.de heißt deren neues Konzept, das seit Anfang Oktober online ist.

Nach zwei Stunden kommt der „Shopper“

So funktionierts’s: Der Kunde wählt im Internet postleitzahlenbasiert einen Supermarkt in seiner Nähe. Ein „geschulter Shopper“ kauft für ihn dort die Lebensmittel ein, die der Kunde vorher im Internet gewählt hat. Nach zwei Stunden kommt der Shopper mit der Ware, bezahlt wird per Kreditkarte. Das ganze kostet nicht mehr als 4,90 Euro Liefergebühren – inklusive dem persönlichen Kontakt zum netten Shopper. Diesen wunderbaren Service gibt’s zunächst nur in München. (Das Konzept ist natürlich nicht neu, sondern eine Kopie aus Amerika.)

Eine verdammt gute Idee

Wer nicht mehr gut zu Fuß ist, kann so bequem per Internet in „seinem“ Geschäft um die Ecke einkaufen (lassen). Die jungen „geschulten Shopper“ machen das Ganze sympathisch und persönlich. Das beginnt schon auf der Internetseite, wo der Kunde konsequent geduzt wird („Es kann sein, dass sich Dein Shopper telefonisch mit Alternativvorschlägen bei Dir meldet.“). Klar, dass die Einkäufer immer gut gelaunt sind, denn sie können ja „bis zu 20 Euro in der Stunde“ verdienen und außerdem wird ihnen versprochen: „Teile Dir Deine Arbeitszeit nach Deiner Verfügbarkeit selber ein“.

Schwachstelle Shopper

Wie die 20 Euro allerdings zustande kommen sollen, das ist unklar. Auf den Preis der Lebensmittel – die ja immerhin zum Endkundenpreis im nächsten Laden gekauft werden – lässt sich nicht viel draufschlagen. 4,90 Euro pro Einkauf ergibt auch keine riesige Gewinnspanne, wenn man rund eine Stunde pro Einkauf rechnet. Von Benzin- oder Stadtbahnkosten, die der „geschulte Shopper“ selber tragen muss, einmal ganz abgesehen. Einzig in guten City-Lagen ist ein ansehlicher Stundenverdienst vorstellbar – aber wer lässt für 4,90 Euro (und hier und da kleine Preisaufschlägen auf die Produkte) einkaufen, wenn der nächste Supermarkt keine fünf Minuten entfernt ist? Das Konzept sucht also Kunden und Shopper…

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