Online-Händler mit Gütesiegel

prüfsiegel

Die vier Prüfsiegel für Online-Shops
stehen für Qualität und sollen das
Vertrauen der Kunden erhöhen.

Wer überwacht eigentlich Internet-Lebensmittelhändler? Das hat sich auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gefragt und flugs das Projekt G@ZIELT initiiert. Dahinter verbirgt sich eine gemeinsame Zentralstelle der Länder, genannt „Kontrolle der im Internet gehandelten Erzeugnisse des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches und Tabakerzeugnisse“. Den umständlichen Namen muss man sich nicht merken, denn indirekt steckt er in den Prüfsiegeln (siehe Abbildung), die wohl jeder Internetkäufer – zumindest unterbewusst – schon einmal wahrgenommen hat.

Wie Lebensmittel überwacht werden

In Deutschland sind die Bundesländer für die Lebensmittelüberwachung zuständig. Das bedeutet, dass die Lebensmittelüberwachungs- und Veterinärämter der Kreise und kreisfreien Städte die Betriebe kontrollieren, und zwar die Hersteller ebenso wie die Händler (und die Gastronomie). Überwacht wird nicht nur die Zusammensetzung und die gesundheitliche Unbedenklichkeit der Lebensmittel, sondern auch die richtige Kennzeichnung oder die hygienischen Verhältnisse.

Im Internet wird’s kompliziert

Im Internet gibt es bekanntlich keine Ländergrenzen mehr, und so haben die Bundesländer gemeinsam mit dem Bundesamt für Verbraucherschutz im August 2013 eben jene oben erwähnte Zentralstelle gegründet. Doppelte Recherchearbeit bei einzelnen Länderbehörden würden vermieden, und die deutschen Lebensmittelkontrollbehörden setzten sich damit „weltweit an die Spitze in der Durchsetzung des Verbraucherschutzes im Online-Lebensmittel-Bereich“, so das Bundesamt. Aufspüren möchten die Kontrolleur vor allem Internethändler, die gesundheitlich schädigende Lebensmittel verkaufen (insbesondere im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel wie Schlankheits- und Schönheitsprodukte, sexuelle Stimulanzien und Sportlernahrung) oder die den Verbraucher täuschen wollen. Auch gegen nicht registrierte Lebensmittelunternehmen wird vorgegangen.

Prüfsiegel schaffen Transparenz

Damit die Prüfung der Online-Supermärkte für den Verbraucher auch sichtbar wird, kooperiert die Zentralstelle mit den vier Siegelanbieter „Trusted Shops“, „internet privacy standards“, „EHI Geprüfter Online-Shop“ und „ TÜV Süd s@fer shopping“. Solche Siegel können Online-Lebensmittelhändler ab jetzt nur noch erwerben, wenn sie sich bei ihrer örtlichen Lebensmittelüberwachung registriert haben – der Verbraucher sieht also sofort: Aha, dieser Betrieb wird amtlich überwacht.

Ohne Siegel geht’s nicht

Die Siegel sollen aber noch deutlich mehr signalisieren. Der Siegelanbieter prüfen die Online-Shops, verlangen eventuell Verbesserungen und garantieren schließlich Standards, zum Beispiel im Hinblick auf Daten- und Liefersicherheit. Alle vier der oben abgebildeten Siegel gelten als seriös und setzen jeweils geringfügig andere Schwerpunkte. Ohne ein solches Prüfsiegel kommen größere Webshops heute nicht mehr aus – allerdings wollen die Zertifizierer natürlich bezahlt werden. Dem Shop-Betreiber bleibt dann die Hoffnung, durch das Vertrauen schaffende Siegel mehr Umsatz zu machen.

Kleines Faltblatt des Bundesamtes für Verbraucherschutz zum Thema Lebensmittelkauf im Internet (pdf)

 

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Guten Tag Herr Schnell,

    Ich denke, dass die Gütesiegel sich ergänzen sollten und sich nicht gegenseitig ersetzen sollten. Im Laufe der Zeit müssen sich ja die Siegel den Marktbedingungen anpassen, wodurch zusätzlicher Konkurrenzdruck nicht notwendig ist. Auch bin der Auffasung, dass man nicht auf Siegel schauen sollte, sondern auch auf die Kundenrezensionen, denn die sind im Gegensatz zu den jährlichen Gütesiegeln ein aktuellerer und persönlicher Eindruck eines Kunden.

    Mit freundlichen Grüßen
    kundentests.com

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