Lebensmittel online testen – jetzt mit Bild

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Computer Bild testet neueste
hardware. Oder auch Lebensmittel-Dienste.

Auch Computer Bild wollte beim beliebten Online-Lebensmittel-Testen nicht zurückstehen und nahm sechs efood-Händler unter die Lupe (Rewe online, MyTime, Allyouneed, Lebensmittel.de, Edeka24 und Amazon). Wie die meisten anderen Tests bemerken auch die Bild-Tester erfreut, dass die Anbieter es inzwischen gut schaffen, Frisches und Tiefgekühltes auch frisch und tiefgekühlt anzuliefern. Und wie alle anderen klagen sie über Verpackungsmüll. So weit so gut.

Beim Thema Lieferzeiten geht’s dann richtig los mit Lob und Tadel. Dabei unterscheidet sich der Service der einzelnen Anbieter eigentlich kaum voneinander. Fast alle bieten Spätanlieferung, Same-Day-Delivery oder Wunschzeitfenster an – aber nur in (bestimmten) Ballungsräumen. Auf dem platten Land sieht es leider ganz anders aus: Entweder die Anbieter liefern erst gar nicht dort hin, oder man ist auf eine „normale“ DHL-Anlieferung angewiesen.

Schlechte Noten für zu viel Verpackung

Beim Reizthema „Verpackung“ machen es die Bild-Tester besonders geschickt: Sie wählen bei Amazon 17 Produkte aus, die in 13 Einzelpaketen kommen. „Eines davon war so groß wie ein Umzugskarton, enthielt massenhaft zerknülltes Altpapier und – eine kleine Tafel Schokolade. Preis: 95 Cent, Versandkosten: 7,90 Euro. Insgesamt summierten sich die Versandkosten bei einem Warenwert von knapp 30 Euro auf unglaubliche 69,01 Euro.“ Das nennt man wohl Versandkostenmaximierung.

Ansonsten sind die Tester aber auf dem Spartrip, und das gibt letztlich kräftig Minuspunkte. 50 bis 70 Prozent über dem Supermarktpreisniveau seien die Online-Preise. Zu befürchten ist, dass die Tester das günstige Discountprodukt als Referenz genommen haben – Online-Supermärkte sind aber nun mal keine Discounter.

Den idealen Supermarkt gibt’s nicht mal im Netz

Über den Test-Warenkorb sagen uns die Bild-Tester ebenso wenig wie über die Test-Kriterien. Auch der seltsame Algorithmus, mit dem die Endnoten ausgerechnet wurden, bleibt im Dunkeln. Dafür ist das Fazit allzu deutlich: „Die Anbieter sind viel zu teuer, der Verpackungsmüll ist eine ökologische Katastrophe und der Versand oft unflexibel.“ Damit ist klar, was die Anbieter tun müssen, um eine „Gefahr für den Supermarkt um die Ecke“ (Computer Bild) zu werden: Lebensmittel spottbillig verkaufen, auf Verpackung verzichten und ultraschnell zu jeder gewünschten Zeit liefern. Wär‘ das nicht schön?

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Guter Beitrag. Danke.
    Verpackung ist ein wichtiges Thema.
    Wir von Persische-Lebensmittel.de (Onlineshop für Lebensmittel und Spezialitäten aus dem Iran) sind stets bemüht auf unsere Verpackungen zu achten, da wir hauptsächlich Naturprodukte vertreiben liegt uns die Umwelt sehr am Herzen. Daher betreiben wir Recycling z.B. dadurch, dass wir hauptsächlich gebrauchte Kartons und gebrauchtesVerpackungsmaterial benutzen. Durch unsere Haupttätigkeit als Großhandel haben wir ständig Verpackungen zu verfügung.
    Ein weiter Vorteil durch das Recycling ist die kosten Einsparung, die wir in unseren günstigen Preisen an unsere Kunden weitergeben.

    Natürlich sehen unsere Verpackungen nicht so schön aus wie bei Konkurenten.
    Jedoch setzen wir auf die Umwelt, den Preis und die Qualität unserer Produkte.

    • Ja, das ist eine interessante Idee. Ich freue mich, dass Sie das Problem auf diese Weise angehen. Ich denke aber, dass es für große Unternehmen eher schwierig sein dürfte, ein solch unmittelbares Recycling durchzuführen. Ein mittelbares Recycling geschieht ja bereits durch den Einsatz von Altpapier. Dennoch bleibt, dass Sie in diesem Punkt einen guten Ansatz gefunden haben.

  2. Super Beitrag. Demöftern hat man dieses Problem schon in den Medien gesehen und gelesen.

    Wir als Onlinehändler von Feinkostspezialitäten (http://www.culina-delikatessenvertrieb.de) verschicken ebenso unsere Ware und verwenden immer gebrauchte Kartons. Wir achten darauf, dass der Karton an das Produkt angepasst wird, sprich einen kleinen Karton für eine kleine Dose :-) Auch beim Füllmaterial verwenden wir ausschließlich gebrauchte Materialen, z. B. schreddern wir Papier, das aus fehlerhaften Druckversuchen entsteht. Ist wirklich ein super Füllmaterial! Auch verschenken wir immer wieder größere Kartons für Umzüge. Man muss heutzutage kreativ sein um der Müllproduktion entgegen zu wirken und man kann wirklich viele Kosten sparen. Und bislang haben wir noch keine Beschwerde erhalten, dass ein Karton nicht schön aussieht. Dem Kunden geht es in erster Linie um den Inhalt.

    • Ja, Leude, da habt ihr aber lange gezögert mit eurem Posting. Danke für das Lob, dafür gerne auch etwas Werbung für euch.

      Und das mit den gebrauchten Kartons: Ab einer gewissen Umschlagszahl ist das wohl nicht mehr zu machen, da ist neu dann doch billiger :). Aber dennoch: weiter so!

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