Kostenfreie e-food-Anlieferung im Zeitfenster

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Mit diesem Motiv wirbt Lebensmittel.de
für einen neuen Service bei der Anlieferung.

Bei Lebensmittelbestellungen gibt es grundsätzlich drei Wege, wie die Ware zum Kunden kommen kann: die Zustellung via Paketdienst, die persönliche Abholung durch den Kunden an speziellen Drive-In-Schaltern (auch Click & Collect genannt) und die persönliche Zustellung durch hauseigene Lieferanten. Neben dem Preis und der Nutzerfreundlichkeit ist diese „letzte Meile“ ein wesentlicher Punkt im Wettbewerb um Online-Kunden. Jeder Anbieter versucht, hier vorne zu liegen. Sei es durch Schnelligkeit, durch Service – oder aber durch neue Konzept. Wie zum Beispiel das folgende:

In Berlin gibt es aktuell vier Anbieter, die einen persönlichen Lieferservice mit Zeitfenster-Zustellung anbieten: rewe-online.de, bringmeister.de (ein Angebot von Kaiser’s), food.de und Lebensmittel.de. Während die drei Erstgenannten dem Kunden an sechs Tagen die Woche zu ähnlichen Kosten (ca. 4-6 €) die Auswahl aus verschiedenen 2-Stunden-Zeitfenstern ermöglichen, hat der vierte Anbieter ein neues Konzept eingeführt. Bei Lebensmittel.de entscheidet der Kunde, wie lang das Zeitfenster sein soll. Je größer das Zeitfenster gewählt wird, um so günstiger wird es – im Extremfall (einem Zeitfenster von zwölf Stunden) liefert Lebensmittel.de sogar komplett kostenlos.

Damit werden erstmals keine starren Zeitfenster mehr vorgegeben, sondern der Kunde bestimmt selbst, wann geliefert werden soll. Selbst im Ausland – das e-food-mäßig ja deutlich weiter ist als wir in Deutschland – gibt es das noch nicht. Keine schlechte Idee, so scheint es zunächst: Für bestimmte Kundengruppen wie z.B. Unternehmen ist eine Belieferung in einem Zwei-Stunden-Fenster möglicherweise gar nicht notwendig, da das Büro sowieso den ganzen Tag über besetzt ist. Das gleiche gilt für Hausfrauen oder Selbständige, die von zu Hause arbeiten. Man spart also bares Geld.

Der Ansatz von Lebensmittel.de bringt auch dem Anbieter Vorteile, denn der kann seine Touren effizienter planen – und letztlich Kosten sparen, wenn ihm der Kunde mehr Zeit für die Belieferung gibt. Allerdings muss der Kunde das System auch verstehen und damit zurecht kommen – einen solchen Service kennt er schließlich noch nicht. Es wird also spannend sein zu beobachten, ob sich dieses logistische Konzept in Deutschland auf Dauer durchsetzt.

3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Spannendes Thema – Lieferkosten mit dem möglichen Lieferzeitfenster zu kombinieren halte ich für einen guten Ansatz, gibt man dem Service viel Zeit, kostet es wenig bis nichts und mit steigender Liefergenauigkeit und somit auch steigender Planbarkeit für den Kunden, steige die Gebühren – Service kostet ebend, das muss auch der Deutsche verstehen und schätzen lernen. ich bin gespannt, wohn die Reise geht :-)

  2. Lieber Anonymous,
    ja, auch Edeka bietet einen Lieferservice. Im Grunde bestellt man dabei die Ware beim nächsten Edeka-Einzelhändler. Dort kann man sie dann einige Stunden später abholen – oder eben anliefern lassen. Die Anlieferunggebühren und die Anlieferzeiträume unterscheiden sich von Edeka zu Edeka.

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