Für Senioren hat der Online-Einkauf Vorteile

Kaufen die sogenannten Golden Ager ihre Lebensmittel lieber im Laden oder Online? Die Frage ist leicht zu beantworten. Menschen über 60 sind für Online-Händler eine scheinbar schwierige Zielgruppe. Sie gelten als wenig computeraffin und kaufen am liebsten bekannte Marken beim vertrauten Händler. Doch so manches Vorurteil über diese Altersgruppe (immerhin ein gutes Viertel der Bevölkerung) stimmt eben nicht: laut dem „(N)Onliner Atlas 2012“ sind 60% der Über-60jährigen im Internet unterwegs. Und bei den über 70jährigen sind es noch 28% – beides mit einer klar steigenden Tendenz.

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So stellen sich Werber die sogenannten
„Silver Surfer“ vor. Tatsächlich kaufen
immer mehr Senioren im Internet ein.

Einer, der aktiv online einkauft ist Günter Dörrbecker aus der Nähe von München. Er ist 86 Jahre alt – und er kauft alle seine Lebensmittel im Internet. „Ich bin altersbedingt nicht mehr in der Lage, einen Supermarkt aufzusuchen“, sagt er. „Die Möglichkeit, meinen kompletten Lebensmittebedarf per Versand zu decken, ist eine große Erleichterung für mich. Damit konnte bislang eine Pflegebedürftigkeit hinausschieben.“ Er lebt allein, keine Angehörigen können den Einkauf im vier Kilometer entfernten Ladengeschäft für ihn übernehmen. Dennoch nutzen wenig Senioren (oder „Best Ager“) diesen Service. Günter Dörrbeckers Erklärung: „Das ist noch viel zu wenig bekannt. Und was auch keiner weiß: ich kann beim Internethändler auch per Telefon bestellen.“

Da er seit zwei Jahren seine Nahrungsmittel online einkauft, hat er bestimmte Routinen: „Ich bestelle ungefähr alle zwei Wochen. Das benötigt ungefähr eine Stunde am Computer. Meist kaufe ich ein bestimmtes Standardprogramm, Lebensmittel.de bietet dafür eine Übersicht für häufig bestellte Lebensmittel.“ Was ihn aber nicht davon abhält, auch mal etwas Neues zu probieren: „Dann kaufe ich mal ein Kilo Lachsforelle oder ein ofenfertiges Karnickel.“ Allerdings benötige man eine Tiefkühltruhe, denn vieles von dem Bestellten friere er ein.

Auf die typischen Bedenken gegenüber dem Online-Lebensmitteleinkauf antwortet Günter Dörrbecker sofort: „Beratung? Das vermisse ich überhaupt nicht. Und die Qualität war bislang einwandfrei. Klar, kommt auch mal ein Ei angeknackst an. Aber eigentlich sind die Ausfälle bei Null. Und die Bedienbarkeit? Kein Problem, ich kaufe ohnehin viel im Internet, zum Beispiel bei Amazon.“ Er nutzt die Auswahl des Vollsortimenters Lebensmittel.de, um eine gute Auswahl zu haben. „Nur die leckeren Räucherwaren“, hängt er verschmitzt an. „Die lasse ich mir seit kurzem von einem Fisch-Versand kommen. Direkt vom Rauch auf den Tisch.“

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich glaube die Zeit, wo man die Internetnutzung von „älteren Herrschaften“ in Frage stellen muss, neigt sich dem Ende. In Zukunft wird das Angebot und die Möglichkeiten im Netz, auch Senioren vollständig in des Web integrieren. Was liegt denn näher, als im Alter seine Einkäufe online zu erledigen und nicht mehr auf die Unterstützung der Familie angewiesen zu sein. Ich sehe es in meiner eigenen Familie, mein Vater, mittlerweile 71, bewegt sich häufiger im Netz als ich 😉 Und wie ich gesehen habe, hat Lebensmittel.de sogar eine Zertifizierung bezüglich der Nutzbarkeit… Guter Schritt in die richtige Richtung. Wichtig ist natürlich die Ausrichtung der Onlineshops auf diese Zielgruppe, betreffend Wortwahl, Schriftgröße (eventuell Lupenfunktionen),…

  2. Das stimmt, für alte Leute ist das eine tolle Sache. Aber ich kenn niemanden, der das wirklich macht. Bücher bestellen, oder elektroartikel, das schon. Aber keine Lebensmittel. Der Gang zum Lebensmittelladen ist wohl zu sehr in Fleiosch und Blut. Vielleiht in ein paar Jahren, kann ich mir vorstellen, wenn noch mehr Alte allein leben.

  3. Seit Fleisch von geklonten und mit genetisch veränderten Pflanzen gefütterten Tieren in den Internethandel gedrängt wird, rate ich nicht nur Senioren: Finger weg vom Kauf der Lebensmittel im Internet!

  4. Lieber Herr Rothe,
    Sie haben natürlich recht, wenn es darum geht, sich ganz genau anzuschauen, welches Fleisch man isst und woher es kommt. Dass „Fleisch von geklonten und mit genetisch verändertern Pflanzen gefütterten Tiere“ in den Internethandel gedrängt wird, wage ich zu bezweifeln. Die Internethändler beziehen ihre Waren aus den selben Quellen wie alle großen Lebensmittelhändlern. Wenn Sie beim Fleisch sicher gehen wollen, dann sollten Sie auf Bio-Qualität umsteigen – egal ob im Internet oder beim örtlichen Biohandel.

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