Frische aus der Box

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Scheinbar unscheinbar – doch Kühlboxen
sind ein wichtiges Thema in der E-Food-
Branche. Bild: Fa. Overath

Einer der großen Knackpunkte im Online-Lebensmittelhandel: die Kühlung. Die „Marktwächter Digitale Welt“ der Verbraucherzentralen stellten in ihrer jüngsten Untersuchung fest: „Allerdings wurde im Rahmen der Testkäufe deutlich, dass es bei der Einhaltung notwendiger Temperaturen für kühlungsbedürftige Lebensmittel Probleme gibt. Teilweise kamen diese Waren mit derart erhöhten Temperaturen an, dass hier von einer Unterbrechung der Kühlkette auszugehen war.“

Kühlung ist nicht gleich Kühlung

Die Bandbreite des Themas Kühlung ist enorm: Das geht beim Salat los, der zwar nicht kühlpflichtig ist, der aber auch im Hochsommer schön frisch und knackig ankommen soll. Kühlpflichtige Lebensmittel wie Molkereiprodukte, Eier oder Fleisch sind nach gesetzlichen Vorgaben zu kühlen (die Obergrenzen liegen je nach Warengruppe zwischen 7 und 10 Grad), besonders schwierig wird es dann bei frischem Fisch und Hackfleisch (da liegt die Obergrenze bei 2 Grad). Und schließlich „endet“ das Thema bei der Tiefkühkost, die bekanntlich stets -18 Grad haben, auf keinen Fall jedoch -15 Grad überschreiten sollte.

Komplexes Thema

Keine leichte Aufgabe für E-Food-Händler. Dabei scheint dem Laien das Problem doch ganz einfach lösbar: Die kühlpflichtige Ware muss nur gut isoliert werden. Tatsächlich stellen sich aber viele Fragen, die die Sache komplex machen:

  • Soll die Isolierbox als Einweg- oder Mehrwegbox ausgelegt sein?
  • Soll aktiv, also mit Kühlakkus oder Trockeneis, gekühlt werden?
  • Um wie viel Kühlgut handelt es sich? Wie wird das Kühlgut in der Kühlbox eingelagert?
  • Soll Kühlgut aus verschiedenen Temperaturbereichen zusammen verschickt werden?
  • Wie lange braucht der Logistiker bis zum Kunden?
  • Und nicht zuletzt: Ist es Hochsommer oder tiefster Winter?

Die vorletzte Frage ist im Übrigen die entscheidende.

Lösung Mehrweg?

Bei den Mehrwegboxen ist die EPP-Box Stand der Technik. Das expandierte Polypropylen ist ein hochbelastbarer Schaumstoff, der ist zu 95% aus Luft besteht und dadurch sehr gut isoliert. Nur ist es leider nicht damit getan, handelsübliche EPP-Box zu befüllen und den Logistiker damit loszuschicken. Ganz im Gegenteil – die Kühlboxen müssten eigentlich präzise auf die spezifischen Bedingungen angepasste sein: „Es ist einerseits wichtig, die Transportbedingungen zu kennen, andererseits auch das Verhalten des Kühlguts“, stellt Udo Overath, Geschäftsführer der auf Transportverpackungen spezialisierten Overath GmbH, prinzipiell fest. So gesehen müsste eigentlich jeder Lebensmittelversender ganz individuelle Kühlboxen für die verschiedensten Bestellungen und die unterschiedlichen Lieferwege vorrätig haben – eine große Aufgabe. Overath sieht deshalb auch eher die Logistik-Branche in der Pflicht: „Der Innovationswille wird zukünftig mehr von den Logistikern ausgehen“, glaubt er. „Im Gegensatz zu den Lebensmittelhändlern ist deren Kernkompetenz ja das Zustellen auf der letzten Meile.“

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