EHI-Studie checkt E-Food-Vollsortimenter

vollsortiment

Seltene Ausnahme im E-Food-Busines:
Vollsortimenter mit bundesweiter
Auslieferung.

Vor einem guten Jahr berichteten wir über eine Studie des EHI Retail Institutes, die rund 250 Online-Lebensmittelhändler untersuchte. Das „wissenschaftliche Institut des Handels“ (so die Selbstbezeichnung) konzentriert sich nun in seiner neuesten Studie auf jene 35 E-Food-Händler, „die dem Verbraucher die Möglichkeit bieten, sich einen nahezu vollständigen Wocheneinkauf mit frischen und kühlpflichtigen Lebensmitteln liefern zu lassen“. 19 dieser Händler sind Vollsortimenter, 11 Händler bieten ein reines Biosortiment, und 5 Händler bieten überwiegend Feinkost. Die Studie beschreibt alle 35 Shops detailliert und gibt somit einen guten Überblick über die E-Food-Branche. Hier einige ausgesuchte Ergebnisse:

Verbesserungsfähig: Der onlinetypische Service

Noch immer stagniert der Anteil von Lebensmitteln am gesamten Online-Geschäft bei nur 1,5%, was an vielen Faktoren liegt (und schon oft diskutiert wurde, z.B. von Prof. Roeb). Ein nicht ganz unwesentlicher Faktor ist, dass kaum ein Efood-Shop den vollen Service bietet, der online möglich wäre. So haben nur 10 der 35 Shops eine mobile Seite anzubieten, gar nur 5 Anbieter bieten eine eigene App. Die Möglichkeit, nach Ernährungsformen zu filtern (glutenfrei, vegetarisch, halal usw.), bieten weniger als die Hälfte der Shops an, einen Merkzettel haben nur 17 Shops, ja selbst die (geseztlich vorgeschriebene) Auflistung der Inhaltsstoffe lassen 5 Händler vermissen – all diese Funktionen gehören unzweifelhaft zum kleinen Einmaleins des Internetshopping.

Aus eigener Kraft: Die Anlieferung

Der spannendste Punkt in Sachen „frische Lebensmittel“ ist sicher die Logistik. Interessant, dass sich nur 9 der 35 E-Food-Shops in der schwierigste Disziplin üben, nämlich dem bundesweiten Versand. Von diesen wählen 7 DHL als Logistikpartner, 3 Händler liefern über einen Kurierdienst und 4 versenden mit DPD – die meisten der bundesweiten Anbieter kombinieren also. Wer nur regional oder nur in Großstädten liefert, arbeitet meist mit einem eigenen Lieferdienst – 26 Efood-Shops halten sich eine eigene Flotte, einige davon kombinieren sie mit einem Logistikpartner. 19 Shops bieten ein Zeitfenster für die Anlieferung an.

Verwirrend vielfältig: Die Kosten

Dass bei den Kosten für Versand, schweren Gütern (Getränkekisten), Tiefgefrorenem oder zeitgenauer Lieferung ein „wirres Durcheinander“ herrscht, dürfte niemand verwundern. Die Studie bringt es auf den Punkt: „Die Möglichkeiten sind unendlich. Aus Händlersicht natürlich völlig verständlich, aus Kundensicht jedoch unverständlich.“ Oder sagen wir lieber: unübersichtlich.

Weg in die Zukunft: Spezialisierung?

Selbst wenn man nur 35 Shops betrachtet, zeigt sich bereits eine Beschränkung auf Segmente wie Bio, Feinkost oder regionale Produkte. Ebenso ist in dieser kleinen Auswahl die regionale Auslieferung mit eigener Flottte (bis hin zur Lieferung mit Fahrrädern oder Elektroautos) die Regel. Nur vier „Dinosaurier“ bieten einen bundesweiten Service mit echtem Vollsortiment – von insgesamt rund 250 Shops im Efood-Segment! Ob diese Saurier ihr Konzept verändern, wenn Tyrannosaurus Amazon auftaucht, ob sie den vielen kleine Spezialisten weichen müssen oder ob sie gar irgendwann einmal den Markt beherrschen werden? Es bleibt weiter spannend.

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