Die schwierige letzte Meile

Paket-ZustellerWer mit E-Food handelt, der muss dem Kunden eine Menge bieten: eine umfassend informierende und gut bedienbare Internet-Plattform (siehe dazu auch diesen Artikel), ein großes Sortiment, eine schnelle Anlieferung und eine freundliche Service-Hotline. Günstige Preise sind sowieso Pflicht. Das alles muss effizient sein – denn nur über eine gute Kalkulation lohnt sich das Geschäft. Eines der schwierigsten Felder ist in dieser Aufzählung noch gar nicht genannt: die sogenannte „letzte Meile“.

Die letzte Meile geht der Paketzusteller

Diese „letzte Meile“ wurde berühmt mit der Aufrüstung des Telefonnetzes zum schnellen Kommunikationskanal. Die überregionalen, schnellen und leistungsfähigen Netze waren meist in anderen Händen als die mitunter mit alter Technik ausgestatteten letzten Meter zum Haus der Endverbraucher. Was den Ausbau der schnellen Netze oft schwierig machte, da die letzten Meter zum Kunden das Nadelöhr waren. Die „letzte Meile“ im Online-Handel ist nun – im übertragenen Sinne – der Paketzusteller.

Bundesamt prüft E-Food-Lieferanten

Bei Büchern, Schuhen oder Kleingeräten ist die Anlieferung per Paketzusteller kein Problem. Schwieriger wird es bei sensiblen oder sperrigen Gütern. Und gekühlte, tiefgefrorene oder zerbrechliche Lebensmittel sind nun mal sensible Güter. Hier ist der Paketzusteller mitunter überfordert. So hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zusammen mit den Prüfstellen der Länder im letzten Jahr 15 Internet-Testkäufe von Fleisch durchgeführt, bei denen in einem Drittel der Fälle die Kühlkette nicht eingehalten wurde. Die Ware kam bei den Verbrauchern also nicht ausreichend gekühlt an.

Ein Drittel fällt durch

Routinemäßig wurden zudem 1.450 LKW, Marktanhänger und Kühlanhänger von professionellen Lebensmitteltransporteuren überprüft – und auch dort war bei einem Drittel die Temperatur im (speziell für Lebensmittel gekühlten!) Stauraum zu hoch. 13% der Lebensmittel transportierenden Fahrer wusste noch nicht einmal über die Temperatur Bescheid, die sie hätten einhalten müssen.

Schlecht gekühlte Ware reklamieren

In Ballungsräumen kann der E-Food-Händler selbst anliefern und damit die Kühlkette garantieren. Für Tiefkühlkost gibt es inzwischen spezielle Kühlsysteme und kostengünstige Temperaturüberwacher und –anzeiger. Doch wie sieht es bei Frischwaren und insbesondere bei Fleisch und Fisch aus? Hier sollen Paketzustelldienste Temperaturen garantieren, die nicht einmal die darauf spezialisierte Branche stets einhält? Keine leichte Aufgabe für die E-Food-Branche. Der Kunde jedenfalls kann – falls er es bemerkt – die nicht ausreichend gekühlte Ware reklamieren. Verbraucherschützer raten zudem, extreme Vorfälle auch gleich der zuständigen Überwachungsbehörde zu melden.

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