Der typische Kunde: jung, britisch und durstig

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Die Anlieferung an die Haustür ist klarer Favorit
gegenüber der Pick-Up-Lösung. Quelle: SyndicatePlus

Wer ist das eigentlich, der Lebensmittel im Internet kauft? Wie sieht der typische E-Food-Kunde aus und warum kauft er online? Dazu hat der holländische E-Commerce-Dienstleister Syndicate Plus für seine Studie „The online grocery shopper“ 250 Menschen befragt, die kürzlich Lebensmittel im Netz bestellt haben. Und zwar in vier Ländern: Deutschland, Frankreich, Niederlande und Großbritannien. Während vieles, was die Branche längst weiß, bestätigt wurde, gab es hier und dort auch interessante neue Ergebnisse.

Jung, urban, betucht

Nicht neu ist, dass die Kunden das Bestellen zu jeder Tages- und Nachtzeit als Hauptvorteil schätzen und als Hauptnachteil die Lieferkosten sehen. Ein bisschen interessanter wird es schon bei der Kundenstruktur. E-Food ist eindeutig eine Spielwiese der Early Adopters: Der typische Kunde bzw. Kundin ist zwischen 25 und 45 Jahre alt, hat eine hohe Schulbildung, ein überdurchschnittliches Einkommen und lebt in der Stadt. Zwei Drittel der Kunden benötigen weniger als zehn Minuten zum nächsten Lebensmittelladen – und kaufen dennoch online.

E-Food-Kauf: Seltener, dafür mehr

Im Vergleich zum Einkauf im stationären Handel wird online seltener eingekauft; dafür ist der Warenkorb voller. Im Supermarkt sind nur 20% aller Einkäufe mehr als 60 Euro wert, online sind es 38%. Online-Händler wissen das längst. Auch dass Getränke die beliebteste Warengruppe sind ist nicht neu, ebenso wenig dass Fleisch und frisches Obst und Gemüse hinten liegen. Hier gibt es klare nationale Unterschiede: 55% der Briten bestellen frische Lebensmittel, in den Niederlande immerhin noch 31%, während es in Deutschland nur 9%, in Frankreich gar nur 4% sind. Deutsche und Franzosen wollen ihr Obst, Gemüse und Fleisch offensichtlich sehen und anfassen, bevor sie es kaufen.

Briten sind vorne, Deutsche weit hinten

Interessant auch die Entwicklung in den einzelnen Ländern. Weit vorne in der Marktdurchdringung liegt Großbritannien, wo 22% der Bevölkerung wenigstens einmal im letzten Jahr E-Food gekauft haben. Deutschland, Frankreich und die Niederlande schwanken um 10% herum. Frankreich allerdings hat eine enorme Wachstumsrate: 200% hat E-Food dort im letzten Jahr zugelegt! In Holland waren es 100%, während man hierzulande um unscheinbare 11% zulegte. Deutschland scheint nach wie vor eine besonders harte Nuss zu sein.

Anmerkung: Syndicate Plus hatte bereits im Junie eine E-Food-Studie vorgelegt.

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