Bringt Amazon den idealen E-Food-Shop?

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Wie sieht der ideale E-Food-Shop aus?
(Tief-) Kühlware gehört auf alle Fälle
ins Angebot.

Wie sieht eigentlich der ideale Lebensmittel-Lieferservice aus? Am besten doch superschnell superbillig Superauswahl Superqualität. Leider gibt es diese Kombination nur im Märchen. Worauf aber legen die Kunden wirklich wert? Und was ist betriebswirtschaftlich davon auch leistbar? Diese Fragen stellt sich zur Zeit insbesondere Amazon, denn der Handelsriese schickt sich an, das „weiße“ E-Food-Gebiet Deutschland 2016 zu erobern. Wir versuchen hier mal einen idealen und dabei realistischen Online-Lebensmittel-Shop darzustellen.

Fünf strategische Dimensionen

Im Grunde sind es fünf Dimensionen, die den Ausschlag geben. Nur fünf? Natürlich gibt es viel mehr Dimensionen, in denen Händler strategische Entscheidungen treffen müssen. Doch der richtige Mix aus den nachfolgenden fünf Dimensionen wird entscheiden, ob ein Unternehmen langfristig am Markt Erfolg haben wird.

1 – Liefergebiet: Deutschlandweit, in Ballungsräumen oder gar nur in ausgesuchten Gebieten?

Richtig Umsatz wird nach Einschätzung der Preisvergleichsplattform Simplora hauptsächlich in den Ballungsräumen generiert. Amazon fresh konzentriert sich im Mutterland USA tatsächlich auf Ballungsräume. Viel Umsatz, wenig Logistikprobleme.

2 – Produktpalette: Trockenware, Frisches und Tiefkühlkost?

Alles. Denn Frischeprodukte und Tiefgekühltes sind unverzichtbar. Wer diese (aus Händlersicht) schwierigen Produktsegmente nicht anbietet, hat schon verloren. Auch wer zu oft Ersatzprodukte liefern muss fällt auf Dauer beim Kunden durch.

3 – Geschwindigkeit: Heute noch, morgen oder nächste Woche?

Von Mehl, Konserven und H-Milch abgesehen: Lebensmittel wollen doch recht bald auch zu Mahlzeiten verarbeitet werden. Am nächsten Tag sollten sie also im Haus sein. Same Day Delivery ist nur ein Nice-To-Have – bei immensen Kosten.

4 – Versandkosten: 4,90 oder Abo?

Deutsche Kunden sind beim Thema Versandkosten sehr sensibel. 4,90 Euro scheint der Preis zu sein, der noch akzeptiert wird. Pflicht ist zudem ein möglichst niedriger Schwellenwert für Versandkostenfreiheit. Ein Abo-Konzept (wie bei Amazon Prime) konnte sich bislang nicht durchsetzen. Wenn der Preis niedrig genug ist, dann gilt aber sicher: Lieber einmal 40 Euro also ständig Liefergebühren.

5 – Versandweg: Paketdienst, Kurier oder eigener Lieferdienst?

Es liegt auf der Hand: Nur der unternehmenseigene Lieferdienst kann den optimalen Service bieten – Zeitfenster, pfleglichen Umgang mit der Ware, Freundlichkeit, Beschwerdeservice. Der allerdings kostet das Unternehmen richtig viel Geld.

Der ideale Online-Supermarkt…

…sieht so aus: Er liefert Tiefkühl-, Frische- und Trockenprodukte, und zwar gleich am nächsten Tag und nur in Ballungsräume. Ein günstiges Abo sollte dem Kunden noch weitere Vorteile bringen (zum Beispiel weitere Produkte lieferkostenfrei). Und am besten sollte die eigene Flotte ausliefern. Wie wohl Amazons Lebensmittel-Dienst in Deutschland aussehen wird?

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