Bio goes Internet – der Biohandel verändert sich

131001_e-food_Bio-im-InternetWenn in diesen Tagen ein neuer Biomarkt im Internet öffnet, dann lohnt sich ein Blick auf dieses Branchensegment. Allein schon deshalb, weil hinter dem neuen Angebot biomondo.de ein Betreiber steht, der schon länger im Online-Lebensmittelhandel erfolgreich tätig ist: gourmondo.de. Wie aber passen Internet und Bio zusammen?

Vom kleinen Bioladen zum Biosupermarkt

Das neue Angebot macht zunächst deutlich, wie sehr sich die Biobranche gewandelt hat. Es ist gerade mal 25 Jahre her, da waren Bioläden kleine, inhabergeführte Lädchen, in die sich nur „Müslis“ verirrten. Ein erster Wandel ist durch Namen wie Naturgut, denn‘s Biomarkt, basic oder Alnatura umrissen. Sie alle betreiben Bio nicht mehr als Einzelhändler, sondern in großem Stil, als Kette, als Bio-Supermarkt, und das mit großem Erfolg. Die Branchenführer denn‘s und Alnatura machen jeweils rund 500 Millionen Euro Umsatz.

Der nächste Wandel, zum Teil zeitgleich mit dem Entstehen der Biosupermärkte, kam mit dem Einzug von Bioprodukten im konventionellen Lebensmitteleinzelhandel. Bei Aldi, Lidl, Rewe & Co. stehen Bioprodukte längst nicht mehr in der Teuer-teuer-Ecke, sondern sie sind selbstverständlicher Teil des Angebots. 50% aller Bioprodukte gehen inzwischen über die Kassen des Lebensmitteleinzelhandels.

Bio hat auch im Internet seinen Platz gefunden

Seit 2000 hat sich der Umsatz mit Bioprodukten in Deutschland verdreifacht (auf knapp 7 Mrd. Euro). Bio ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Gerade im Internet, so scheint es, lässt sich vom Bio-Boom profitieren. Und tatsächlich spiegelt das Internet mit seinen kleinen, regional verankerten Bio-Anbietern, den Vollsortimentern mit Bio-Ecke und den Biowarenhäusern (wie z.B. e-biomarkt.de, natur.com oder biomondo.de) die Branche zeitgemäß wider.

Mehr und mehr aus dem Ausland

Die Bio-Branche hat sich auch auf der Erzeugerseite verändert. Offensichtlich wird das in der Tatsache, dass sich der Umsatz in den letzten zehn Jahren zwar mehr als verdreifacht hat, die biologisch bewirtschaftete Anbaufläche in Deutschland aber nur auf das Doppelte stieg. Möglich wurde dieses Biowunder durch massive Bioimporte aus dem Ausland. Das übrige tat das europäische Biozertifikat, nach dessen Richtlinien auch das Bio ist, was den deutlich strengeren Richtlinien der Anbauverbände (wie Bioland oder Demeter) nicht entspricht. Der idyllisch-biologisch bewirtschaftete deutsche Bauernhof ist also längst nicht mehr der einzige Lieferant. Letztlich muss der Kunde also nicht nur entscheiden, wo er kauft, sondern auch was.

In den nächsten Wochen werfen wir einen Blick auf die Bio-Anbieter im Netz.

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Neben dem Kauf von BIO-Produkten, finde ich es ebenso wichtig, nachhaltig einzukaufen. Sprich Verzicht auf Plastiktüten, unnötige Verpackungen und zum Beispiel Trinkflaschen aus Glas, Edelstahl oder ähnlichen wiederverwendbaren Materialien zu benutzen.

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