Befragt und getestet: Lebensmittel online

e-food im Focus von Marktforschung

Marktforschungsinstitute fragen nach:
„Kaufen Sie Lebensmittel online?“

Gleich zwei Marktforschungsinstitute haben diesen Sommer den Lebensmittelhandel im Internet unter die Lupe genommen. Schaut man sich beide zusammen an, so läßt sich möglicherweise ein Hinweis herauslesen, wie sich dieses Marktsegment weiterentwickelt.

Während das eine Institut die Meinung der Endverbraucher einholte, setzte das andere auf den bewährten Vergleichstest und ließ sechs Online-Lebensmittelhändler gegeneinander antreten (All you need, Bringmeister.de, food.de, Lebensmittel.de, myTime.de, REWE online). Die Deutsche Gesellschaft für Verbraucherstudien analysierte dabei die „Online-Bestellsystem durch Experten“ und testete den „Bestellvorgang und den Kundenservice durch für die Tests gebriefte und qualifizierte Tester“.

Drei Testbestellungen reichten aus

Um es gleich vorweg zu sagen: Alle sechs Anbieter lagen recht nahe beieinander. Der stärkste erreichte 81,3%, der schwächste 68,7%. In Noten bedeutete das eine 2,2 für den besten (Rewe online) und eine 3,1 für den schwächsten Anbieter (All you need). Drei Testbestellungen reichten den Testern um herauszufinden, dass All you need.de nur 45% in der Kategorie „Warenlieferung“ erreichte, Lebensmittel.de gar nur 35%, food.de hingegen 93,6%.

testergebnisse

Bild anklicken, um die „Testsieger“ in den
einzelnen Kategorien zu sehen. Quelle:
Dt. Gesellschaft für Verbraucherstudien

Bei „Komfort“ lag dann Lebensmittel.de mit 80,5% weit vorne, während Bringmeister mit 39% abgeschlagen war. Beim Kundendienst bildeten myTime.de und All you need die Spitzengruppe, während Rewe online in dieser Kategorie hinterher hinkte. Man sieht also: Genau wie im richtigen Leben hat jeder Händler seine Stärken und Schwächen. Ist Penny besser oder Aldi? Gehe ich lieber zu Rewe oder zu Edeka? Weniger Testurteile als die persönlichen Vorlieben der Kunden spielen da eine Rolle.

Und genau diese Kunden befragte die Unternehmensberatung Fittkau & Maaß, die stattliche 4.800 Personen im April und Mai um ihre Meinung bat. Nur rund ein Fünftel der Befragten sind an frischen Lebensmitteln aus dem Internet interessiert (genauer gesagt haben knapp 6% schon einmal frische Lebensmittel online gekauft, weitere 15% sind daran interessiert), so der Blog etailment.de.

e-food: Qualität statt billig-billig

Der Einkauf im Internet scheint weniger für den täglichen Bedarf an frischen Lebensmitteln interessant als vielmehr für Genussmittel und Spezialitäten. Kaffee, Tee, Wein, Süßwaren, Gewürze und Delikatessen – all diese Produktgruppen haben mindestens 16% der Befragten bereits online eingekauft. Bei den Lebensmittel des täglichen Bedarfs liegen Fertiggerichte mit 8,1% in der Spitzengruppe, abgeschlagen sind Mehl/Nudeln/Reis mit nur 5,6%.

Dementsprechend scheint der Preis beim Online-Lebensmittelkauf derzeit weniger eine Rolle zu spielen: 44% der befragten Online-Lebensmittelkäufer gaben an, dass die Qualität das entscheidende Kriterium war, für 32,6% waren es Marke und Hersteller, erst dann folgte mit 20% der Preis. Also Qualität statt billig-billig? Möglicherweise ist das Einkaufsverhalten im Internet tatsächlich anders als im Supermarkt.

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