Amazon ante portas?

Lieferfahrzeug branded

Die Auslieferflotte von Amazon fresh fällt auf.

So ziemlich jedes Presseorgan in Deutschland vermeldete es Ende Februar: Amazon will im September seinen Lebensmitteldienst „Amazon fresh“ starten. Die einzige Quelle all dieser Artikel war eine Meldung in der Bildzeitung, in der es hieß: „Derzeit werde über Lagerflächen und Lkw-Flotten an mindestens vier Standorten in Deutschland, Österreich und Nachbarländern verhandelt. Zudem werbe Amazon gerade Personal für ein Experten-Team an. Dieses solle in den USA, wo Amazon seinen Lebensmittel-Lieferdienst seit 2007 in Städten wie Seattle, San Francisco und Los Angeles anbietet, geschult werden. Spätestens im September soll der Lieferdienst in Deutschland starten.“ Solche Meldungen tauchen immer mal wieder auf – und Amazon hat auch diesmal die Meldung weder bestätigt noch dementiert.

Man darf aber annehmen, dass eine solche Meldung nicht per Zufall auftaucht (Teil einer Marketingstrategie? Ablenkung vor den bevorstehenden Arbeitskämpfen?). Jeder weiß, dass Amazon ja schon länger Lebensmittel verkauft – mit bekannten Problemen und bekannt mäßigem Erfolg. Was ist nun anders bei „Amazon fresh“? Möglicherweise alles. Denn Amazon will eine Marke schaffen – und dazu wird der Konzern einiges mehr tun als seinem bisherigen Lebensmittelservice ein neues Label aufzukleben.

Knallgrüne Autos könnten bald für frische Lebensmittel stehen

amazon-Tasche

In den USA stellt Amazon fresh statt
Pappkartons solch eine wiederverwertbare
Tasche vor die Haustüren.

Amazon wird die Dinge diesmal gründlich angehen: Das fängt beim Branding an (siehe Fotos) und wird über Sortiment und Preisgestaltung bis zur Warenlagerung und der Logistik gehen. Amazon wird all das sehr wahrscheinlich spezifisch auf „Amazon fresh“ abstimmen – basierend auf den Erfahrungen in Amerika (dort liefert „Amazon fresh“ zur Zeit tatsächlich nur in den drei obengenannten Regionen aus). Vielleicht kommt noch ein Werbeetat obendrauf. Zudem wird „Amazon fresh“ viel Schwung von der Kernmarke erhalten: Amazon hat einen hohen Bekanntheitsgrad, gilt als günstig, liefert schnell und die Versandkosten entfallen oftmals – will man da nicht gerne auch Lebensmittel bestellen?

Know-How-Transfer aus USA kann nach hinten losgehen

Nach den Erfahrungen im Buchhandel ist es gut möglich, dass Amazon auch beim E-Food die Branche durcheinander wirbeln wird. Alleine deshalb, weil Amazon sicher einiges an Finanzmittel in sein neues Projekt pumpen wird. Zwar freut sich so mancher Stammspieler in der Presse, dass Amazon nun in diesen Markt einsteige, zeige das doch, dass der deutsche Verbraucher das Produkt E-Food nun annehme. Die meisten Player aber werden still für sich hoffen, dass Amazon seine Erfahrungen in den USA nicht so einfach auf den doch sehr spezifischen deutschen Markt übertragen können wird. Oder doch? Falls der Versandriese Erfolg hat, wird man sich schnell vom neuen Mitspieler abgrenzen müssen. Spannend wird das auf jeden Fall – ganz egal, wann der neue Player nun tatsächlich aufs Feld kommt.

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Cool , auf meiner Arganöl Seite bereichte ich auch über Lebensmittel von Amazon. Bin echt mal gespannt wie sich Amazon dann etabliert.

    Meiner Meinung nach wird Amazon das Eis brechen und dem E-Food Lebensmittelhandel einen schwung verpassen. Klar wird Amazon einen großen Marktanteil haben. Jedoch meiner Meinung nach genug Platz für kreative Konkurenz lassen.

    Fazit Ich freu mich.

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