Abwarten und herumprobieren…

startschuss_ver3Einerseits gehen die bislang veröffentlichten Studien (siehe entsprechende Rubrik auf diesem Blog) von einem Multi-Milliarden-Euro-Markt aus, andererseits tut sich in der Realität fast nichts. Prof. Roeb hat sicher recht, dass mit Online-Lebensmittel im Moment noch kein Geld verdient wird. Andererseits haben alle das Gefühl, dass da etwas Dickes auf uns zukommt. In der Zwischenzeit stehen sich die großen Einzelhändler selbst im Weg, die Pure-Player haben zu wenig Geld um die notwendige Infrastruktur aufzubauen, und Internet-Gigant Amazon hat noch immer nicht den richtigen Weg gefunden, das Geschäftsfeld richtig aufzurollen. So versucht man dies und das und wartet ab…

Amazon

Amazon testet in diesen Tagen in Berlin seinen Service Amazon Prime Now. Das Angebot besteht größtenteils aus (nein, nicht Büchern, sondern:) haltbaren Lebensmitteln wie Dosen, Getränke und Knabberzeugs –die innerhalb eines wählbaren Zwei-Stunden-Fensters noch am Bestelltag ins Haus kommen. Außerdem denkt Amazon in den USA über die Einführung einer Handelsmarke (Eigenmarke) nach. Kaffee, Tee, Chips und Babynahrung mit Amazon-Logo? Da geht es dem Handelsriesen sicher auch darum, Kompetenz in Sachen Einkauf aufzubauen.

Rewe und Edeka

Die großen Lebensmitteleinzelhändler bewegen sich kaum. Nach wie vor ist Edekas Online-Ableger Bringmeister nur in Berlin und München tätig, und Edeka-Chef Markus Mosa unternimmt nach eigener Aussage auch keine Anstrengungen, den Service bundesweit auszubauen. Auch Online-King Rewe fährt nur mit angezogener Handbremse. „Online hat für uns nur einen Sinn, wenn der stationäre Handel davon profitiert. Rein Online interessiert uns nicht,“ bringt Rewe-Chef Alain Caparros das Dilemma der großen Einzelhändler auf den Punkt. Rewe gewinnt mit seinem Online-Shop zwar Preise, entwickelt eine brauchbare App und liefert in 75 der rund 200 mittelgroßen Städte in Deutschland, darf aber durch Online seinen Einzelhändlern keine Konkurrenz machen. Und die Discounter Aldi und Lidl? Sie bleiben weiterhin unsichtbar – wohl aus dem selben Grund.

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